Ernteberichte

Die Ernte 2019 im Überblick

Ernte 2019 (Brotgetreide) / Stand 07.07.2019

Die Ernte der Gerste ist angelaufen und bereits schon in einigen Regionen abgeschlossen. Der Drusch des Rapses folgt. Bei trockenem Wetter wird auch die Weizenernte zeitnah starten, jedoch mit den üblichen regionalen Zeitverschiebungen.

Die sehr wechselhaften klimatischen Bedingungen (Hitzeperiode, fehlender Niederschlag, Hagel, Sturm) übten regional z.T. erheblichen Einfluss auf das zu erwartende Ernteergebnis aus. So sind regional signifikante Unterschiede hinsichtlich Kornausbildung, Ertrag und inhaltsstoffliche Zusammensetzung zu erwarten.

Der DBV (Deutscher Bauernverband) prognostiziert eine Erntemenge für Weizen in Deutschland von ca. 24 Mio. t, während eine Roggenernte in Deutschland von ca. 3,4 Mio. t, vom DBV erwartet wird.

Ernte 2019 (Brotgetreide) / Stand 06.06.2019

Die neuesten Prognosen der zu erwartenden Erntemengen für den Weizen belaufen sich auf ca. 24, 6 Mio t (DRV: 24,7 Mio t; Stratégie grains: 24,5 Mio t). Diese Prognosen sind mit denen aus dem Mai nahezu vergleichbar, was sicherlich mit den verbesserten klimatischen Bedingungen begründet ist. Die befürchtete Dürre blieb in vielen Teilen Deutschlands aus. Regenfälle (z.T. leider nur regional) sowie kühle Temperaturen verbesserten die Pflanzenentwicklung, so dass der Stand der Entwicklung keine Verspätung aufweist.

Auch die Einschätzung für die zu erwartenden Roggenmengen stabilisiert sich aufgrund der o.a. Gründe. Erwartet werden aktuell ca. 3,7 Mio t (Quelle: DRV).

Die Niederschläge waren zwar für die Pflanzentwicklung bisher ausreichend, jedoch konnten keine Reserven im Boden gebildet werden. Das Defizit in den unteren Bodenschichten bleibt bestehen, so dass auch weiterhin kontinuierliche Regenfälle erforderlich sind.

Ernte 2019 (Brotgetreide) - Ein erster Ausblick - / Stand 03.05.2019

Auch in diesem Jahr begannen unsere Beobachtungen zur qualitativen und quantitativen Einschätzung der kommenden Ernte mit Beginn der Bestellung der Felder.

Die Aussaat im Herbst erfolgte aufgrund einer mangelnden Wasserversorgung in zahlreichen Regionen verspätet, Sie konnte im Oktober 2018 dann doch noch gut voranschreiten, da dann geeignete Temperaturen und ein dosierter Niederschlag einsetzten.

Eine nicht ausreichende Wasserversorgung bereitete den Landwirten im darauffolgenden Winter erhebliche Sorgen, die sich dann aber als nahezu unbegründet darstellten. Leichte Fröste und ein wenig Regen deckten den Bedarf der Pflanzen und sicherten die zukünftige Entwicklung, so dass zum Jahreswechsel lag ein guter Entwicklungsstand der Pflanzen vorlag. Eine Bodensättigung und Anhebung des Grundwasserspiegels erfolgte jedoch nicht, was eine langfristige negative Auswirkung zur Folge haben kann.

Die Temperaturen im Februar und März ermöglichten ein gutes Wachstum, so dass im April ein Vegetationsvorsprung von ca. vierzehn Tagen vorlag. In diesem Zeitraum wurden auch die Sommerungen problemlos ausgesät.

Ende April und Anfang Mai verbesserten eine kühle Witterung und regional leichte Regen zudem die Bestände. Für eine ausreichende und flächendeckende Wasserversorgung reichten die bisherigen Regenmengen jedoch nicht aus.

So berichtet der Deutsche Wetterdienst (DWD), dass die Bodenfeuchten im Jahr 2018 deutlich über denen des aktuellen Jahres liegen. Die Bodenfeuchten in den tieferen Bodenschichten waren 2018 durch die üppigen Niederschläge im Herbst und Winter des Vorjahres ausgesprochen gut. Aktuell sind hingegen diese Bodenspeicher weit weniger gut befüllt. Dieser Umstand und auch die geringen Wasserstände der Flüsse und Seen sind zeitliche Nachwirkungen der letztjährigen Dürre. Es fiel zwar im Dezember 2018 und Januar 2019 mehr Niederschlag, doch das vorliegende Defizit konnte nicht ausgeglichen werden. Folglich benötigt die Landwirtschaft dringend ausreichend Niederschlag, damit das Getreide eine gute Entwicklung nehmen kann. Sollte der erhoffte Niederschlag ausbleiben, droht eine erneute Missernte.

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) prognostiziert in seiner zweiten Ernteeinschätzung 2019 für Weizen eine Ertragssteigerung von 18,6 % (bei einer Flächensteigerung von 1,8 %) und damit eine Produktionsmenge von 24,4 Mio t, was einen Anstieg von 20.6 % zum Vorjahr bedeuten würde. Sollte jedoch der erhoffte Niederschlag ausbleiben und eine erneute, durch Trockenheit gekennzeichnete Ernte vor uns liegen, müssen die Ernteeinschätzungen deutlich nach unten korrigiert werden.

Insofern werden die klimatischen Bedingungen - insbesondere im Mai - von sehr großer quantitativer und qualitativer Bedeutung für die Ernte 2019 sein.