Ernteberichte

Die Ernte 2018 im Überblick

Der Einfluss des Klimas auf die Erträge und Qualitäten des Getreides zeigt sich insbesondere in diesem Erntejahr sehr deutlich. Die Ernte konnte in diesem Jahr, wie bereits berichtet, deutlich früher abgeschlossen werden. Selbst in Schweden und Dänemark, bekanntermaßen Späterntegebiete, konnte die Ernte bereits eingefahren werden.

Quantitativ war die Ernte in ganz Europa (Ausnahme Spanien) weit unter den Erwartungen und dem Vorjahresniveau. Die Erträge in Skandinavien, Deutschland und Polen sind sogar als extrem gering und enttäuschend zu bezeichnen.

So wurden in Deutschland lt. Stratégie Grains lediglich 20,24 Mio. t Weichweizen (Vorjahr 24,31 Mio. t) geerntet. Der landesweite Ertrag liegt bei 6,6 t/ha (Vorjahr: 7,66 t/ha). Die erheblichsten Einbußen in Deutschland verzeichnen der Norden und der Osten (mehr als 20 % im Vergleich zum Durchschnitt). Ursächlich für diese geringen Erträge waren insbesondere die erheblichen Wasserdefizite und ihre direkten Auswirkungen auf die Korndichte.

Beim Roggen verzeichnen wir aus den genannten Gründen ebenfalls ein Defizit im Ertrag. Der DRV musste seine, noch vor 2 Monaten genannten Erntemengen, nach unten korrigieren. Geerntet wurden nun ca. 2,1 Mio t (Vorjahr: 2,7 Mio t).

Qualitativ stellt sich die Weizen-Ernte, trotz gewisser regionaler Unterschiede, als sehr eindeutig dar. Wir ermitteln spürbar erhöhte Protein- und Klebermengen, was sicherlich u.a. durch die geringeren Hektarerträge begründet ist. Die Qualität der Weizenkleber zeigen gute bis sehr gute Eigenschaften. Durch die extreme Hitze, bei fehlenden Niederschlägen ist zwangsläufig die Enzymaktivität signifikant gesunken, was sich in erhöhten bis stark erhöhten Fallzahlen niederschlägt. Die Qualität der Stärke hat dennoch nicht gelitten.

Analog zum Weizen sind natürlich auch die Enzymaktivitäten des Roggens signifikant gesunken. Auch hier liegen jedoch gute Stärkequalitäten vor, die das Backergebnis nicht negativ beeinflussen werden.

Die aufgezeigten Getreidequalitäten stellen in diesem Jahr eine sehr gute Grundlage für die Herstellung von Brot und Brötchen dar, zumal auch der Gesundheitszustand des Getreides sich sehr positiv darstellt. Nur sehr selten konnten wir mit Mykotoxinen belasteten Weizen ermitteln. Weizen, bei dem ein Nachweis erfolgte, war zudem sehr schwach belastet. Gleiches gilt für die Belastung des Roggens mit Mutterkorn. Auch hier konnten wir, wenn überhaupt, nur minimale Belastungen analysieren.

Jedoch zeigt die Ernte 2018, bei aller Zuversicht, auch ein erhebliches qualitatives Defizit. Die beschriebenen, deutlich erhöhten Protein- und Klebermengen, gelten leider auch für die Keks- und Waffelweizen. Die Keks- und Waffelweizen der letztjährigen Ernte-Qualität (geringe bis sehr geringe Protein- und Klebergehalte) sind in diesem Erntejahr praktisch kaum verfügbar. Auch klassische Liefergebiete wie z.B. Dänemark stellen in diesem Jahr keine Alternative dar. Aktuell selektieren wir intensiv geeignete Partien in der Vorstufe und in der Getreideannahme. Mittel- und Langfristig ist zu befürchten, dass die geeigneten Weizenqualitäten nicht mehr in den notwendigen Mengen verfügbar sind. Folglich sollten wir schon heute, gemeinsam mit den Verwendern unserer Mahlprodukte, den gesamten Prozess - vom Getreide bis zum Gebäck - betrachten und prüfen, ob Alternativen geeignet sind oder aber gemeinsam geeignete Lösungen erarbeiten.

Hinweis: Die aktuellen Ernteberichte der einzelnen Mühlen der GoodMills Deutschland GmbH können am Seitenende eingesehen und heruntergeladen werden.

Weitere Erkenntnisse und Ausblick zur Ernte 2018 (Brotgetreide)

Stand: 23. Juli 2018

In nahezu allen Teilen des Landes hat der Drusch der Ernte 2018 deutlich früher als in den vergangenen Jahren begonnen. Ursächlich für diesen frühzeitigen Beginn war die, in nahezu allen Regionen, vorherrschende trocken-heiße Witterung. Diese extremen klimatischen Bedingungen verursachten bzw. verursachen in der Landwirtschaft eine erhebliche Unterversorgung mit Wasser. Hier wurden von der Landwirtschaft Defizite bis zu 300 l/m² gemeldet.

Die Folgen dieser klimatischen Bedingungen und der Unterversorgung mit Wasser sind die bereits beschriebenen Mengen- und Qualitätseinbußen. So verzeichnet die Branche regional Ernteverluste bis zu 35 %, in einigen extrem beeinträchtigten Regionen sogar bis zu 80 %. Die Körner zeigen sehr häufig Mängel in der Kornausbildung, welche sich durch Kleinkörnigkeit und dem sog. Schmachtkorn darstellt.

Der DRV reduziert aufgrund der aufgezeigten Situation erneut seine Ernteprognose. Nach aktueller Einschätzung (12.Juli 2018) wird nun die Weizenernte mit 21,5 Mio. t deutlich geringer als die Ernte 2017 (24,5 Mio. t) ausfallen. Beim Roggen wird eine Gesamtmenge in Deutschland von 2,6 Mio t erwartet (2017: 2,7 Mio t). Das Defizit beim Roggen kann selbst der beschriebene Anstieg der Roggen-Anbaufläche nicht kompensieren.

Qualitativ melden der Süden und große Teile des Westens in der ersten Phase der Ernteaufnahme spürbar geringere Hektolitergewichte, jedoch, aufgrund erhöhter Kleber- und Proteingehalte, normale bis gute Backqualitäten für Brot und Weizenkleingebäck. Es ist jedoch zu befürchten, dass die Verfügbarkeit von Keks- und Waffelweizen in diesem Erntejahr stark eingeschränkt sein wird. Die ersten Ergebnisse im Norden und Nordosten weisen hingegen noch ein sehr heterogenes Bild auf und lassen entsprechend noch keine gesicherte Aussage zu. Tendenzen zeigen ähnliche Qualitäten wie im Süden und Westen.

Grundsätzlich zeigt die Ernte 2018 aber einen guten bis sehr guten Gesundheitszustand. Mit einigen, sehr wenigen Ausnahmen konnte bisher keine signifikante Mykotoxinbelastung ermittelt werden. Gleiches gilt für das Mutterkorn. Begründet ist dieses u.a. mit den vorherrschenden Temperaturen während der Blüte und des Drusches.

Weitere Erkenntnisse und Ausblick zur Ernte 2018 (Brotgetreide)

Stand: 22. Juni 2018

Die Ertragsprognosen für die Ernte 2018 wurden in diesen Wochen von den Fachleuten nach unten korrigiert.

Ursache hierfür sind die klimatischen Bedingungen der letzten Wochen. Wir hatten den wärmsten Mai seit 130 Jahren, der uns anfänglich erfreute, da der mehrwöchige Rückstand des Aufwuchses egalisiert werden konnte, jedoch sich dann -insbesondere in Norddeutschland- negativ auf die Pflanzenentwicklung auswirkte. Auch im Juni gab es bisher keine Entspannung, da die hohen, auch für den Juni untypischen, Temperaturen weiterhin anhalten und zudem kein bzw. kaum Regen zu verzeichnen war. Folglich sind die Bestände von Nordbayern bis Norddeutschland mind. zwei Wochen früher reif und häufig durch erhebliche Qualitätsmängel gekennzeichnet.

In Teilen des Westens, im Südwesten und in Regionen nahe der Alpen lagen andere, nicht vergleichbare, klimatische Bedingungen vor. Teilweise extreme Wetterlagen (Gewitter, Sturm, Hagel und zu viel Regen) bestimmten das Bild und beeinflussten bis in den Juni hinein den Aufwuchs, die Qualität und den zu erwartenden Ertrag negativ.

Wir erwarten dementsprechend im Norden im Vergleich zum Süden eine deutlich unterschiedliche Ernte hinsichtlich Ertrag, Kornausbildung und Gesundheitszustand des Getreides. Inwieweit sich die bäckereitechnisch signifikanten Parameter letztendlich darstellen, kann jedoch erst mit Beginn des Drusches genauer betrachtet werden.

Der DRV reduziert aufgrund der aufgezeigten Situation seine Ernteprognose. Nach dessen Einschätzung wird nun die Weizenernte mit 22,9 Mio. t um ca. 6,5 % geringer als die Ernte 2017 (24,5 Mio. t) ausfallen.

Die Roggenproduktion wird vermutlich um ca. 0,8 % (2,76 Mio. t) im Vergleich zum Vorjahr (2,70 Mio. t) zunehmen. Diese Zunahme ist mit dem Anstieg der Anbaufläche begründet.

Erste Erkenntnisse und Ausblick zur Ernte 2018 (Brotgetreide)

Stand: 11. Mai 2018

Mit Beginn der Feldarbeiten zur Vorbereitung der Aussaat starten wir Jahr für Jahr unsere Beobachtungen zur qualitativen und quantitativen Einschätzung der kommenden Ernte. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt können wir nun eine erste Einschätzung abgeben, die zum besseren Verständnis mit einem Rückblick beginnt.

Die Bestellarbeiten wurden in vielen Regionen durch erhebliche Niederschläge (z.T. das Dreifache an Niederschlagsmengen) eingeschränkt, so dass es zu einer späten bzw. zu späten Aussaat kam. Die Folge war eine inhomogene Saat, die sich jedoch bezogen auf die Gesamtfläche als noch geeignet darstellt. Der Anstieg des in 2018 angebauten Sommerweizens (Verdreifachung der Anbaufläche) ist sicherlich ein weiteres Ergebnis der beschriebenen Schwierigkeiten.

In den ersten Monaten des Jahres 2018 bestand die Gefahr von sog. Auswinterungen, da häufig Kahlfröste (Frost ohne eine schützende Schneedecke) vorlagen. Diese klimatischen Bedingungen hatten dann zur Folge, dass die erste Düngung erheblich eingeschränkt wurde. So ergab sich Anfang April ein Vegetationsrückstand von ca. zwei Wochen.

Trotz der negativen Auswirkungen der klimatischen Bedingungen haben die Pflanzen, bei einem differenzierten Aufwuchs, den Winter gut überstanden. Ab Mitte April und aktuell im Mai kam es durch den Temperaturanstieg zu einem Vegetationsschub, der nun den Rückstand nahezu egalisierte.

Externe Fachleute prognostizieren für den Weizen eine reduzierte Erntemenge, während die Roggenmengen leicht über den Mengen des Vorjahres erwartet werden.

Der DRV schätzt die Ernte 2018 wie folgt ein:

Winterweizen:

23.4 Mio. t (Vorjahr: 24,08 Mio. t) bei einer Reduzierung der Fläche um 4,7 %

Sommerweizen:

781.000 t (Vorjahr: 230.300 t) bei einer Steigerung der Fläche um 212 %

Roggen:

3 Mio. t (Vorjahr: 2,7 Mio. t) bei einer Steigerung der Fläche um 1,1 %